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Heiliges Blut: Warum ich Mädchenkreise gebe

vor 6 Stunden
3 Min. Lesezeit

Ich möchte Mädchen zeigen, wie es genial ist, eine Frau zu werden, eine Frau sein. Und dass Veränderung und Zyklen zum Leben dazu gehören und uns keine Angst machen müssen.



Im letzen Mädchenkreis haben wir Zyklusarmbänder gemacht. Dabei wurde über den Zyklus, die Blutung, aber auch über Rückzug, Ausruhen, Hygieneprodukte und vieles mehr gesprochen. Alex, mit der ich gemeinsam seit drei Jahren die Mädchenkreise gebe, und ich haben uns einfach über unsere Erfahrungen ausgetauscht und die Mädchen hatten spitze Ohren.


Erzählen wir eine andere Geschichte

Viele von uns haben ihre erste Blutung als unangenehm erlebt. Etwas, über das man nicht spricht. Auch ich hatte am Anfang damit zu kämpfen. Unpassende Hygieneprodukte, mein Kreislauf, der mich immer wieder beim Schularzt aufwachen hat lassen, all das hab ich als äußerst unangenehm empfunden. Und in meinem Körper konnte ich mich viele Jahre nicht zuhause fühlen. Ich möchte den Mädchen eine andere Geschichte erzählen: Wo das Mondblutheilig ist. Eine, in der Veränderung und Zyklen eine Chance sind. Wo es viele Geschenke gibt, wenn man eine Frau wird: Schöpferkraft, Intuition, Selbstfürsorge, Grenzen. Es ist ein Zauber, den man in sich trägt.


Liebevolles Zuhören

Veränderungen, wie die Pubertät, passieren, egal ob wir darüber sprechen oder nicht. Aber wir können entscheiden, ob wir die Mädchen damit allein lassen oder ob wir sie dabei liebevoll begleiten und ihnen vor allem Aufmerksamkeit geben. Ich glaube daran, dass das eine unserer ureigenen Aufgaben als Frau oder Mama ist. Wenn man weiß, was im eigenen Körper passiert, muss man sich nicht davor fürchten. Wissen über die Veränderung nimmt die Ängste und macht im besten Fall neugierig.


Im Mädchenkreis geben wir deshalb unser Wissen weiter. Einerseits auf praktische und andererseits auf spielerische Art. Wir reisen durch den Jahreskreis und die heimische Natur, lernen Kräuter kennen und feiern die Jahreskreisfeste. Gemeinsam üben wir immer wieder Regulationstechniken mit Yoga, Tanzen, Klopfen und Meditation, damit die Mädchen spüren: Ich kann mich selbst halten, wenn die Gefühle groß werden. Und im roten Kreis sprechen wir über Mädchen- und Frauenthemen. Alles darf gefragt werden, auch das, was man sich im Alltag nicht zu fragen traut. Uns ist besonders wichtig: wir hören liebevoll zu, ohne zu bewerten.


Wir sind alle Vorbilder

Ich glaube fest daran, dass wir mit unserer Erfahrung etwas weitergeben können. Kein Buch und kein Video kann das ersetzen. Wir können erzählen, wie wir es erlebt haben und was wir gerne früher gewusst hätten. Wo wir gestolpert sind und was uns geholfen hat. Was uns jetzt hilft und wie wir jetzt damit umgehen. Wir können die Mädchen zum Forschen motivieren. Wie fühlt sich mein Körper an? Was brauche ich gerade? Wo ist sind meine Grenzen?


So schreiben wir gemeinsam eine neue Geschichte. Eine achtsame und wertschätzende, wo wir mit uns und dem Thema ganz anders umgehen. Ohne Scham, aber mit Wissen und Stärke. Wo wir Nein sagen dürfen und andere damit inspirieren. Und wenn ein Mädchen einmal schwach ist, dann sind wir alle da.


Warum ist das so wichtig?

Wenn ich die Nachrichten lese, wird mir manchmal sehr schwer ums Herz. Der Fall von Gisèle Pelicot in Frankreich und der Skandal in der Cornell-Universität in den USA, sind nur einige schockierende Vorfälle. Sie zeigen aber leider immer noch, wie viel Gewalt gegen Frauen passiert - oft dort, wo man sie am wenigsten erwartet. Wir brauchen Mädchen, die ein tiefes Urvertrauen in sich tragen. Die ihren Körper kennen, lieben und ihrem Bauchgefühl vertrauen. Die gelernt haben, dass ihre Grenzen etwas Wichtiges und sehr Wertvolles sind. Denn aus solchen Mädchen wachsen Frauen, die sich abgrenzen, die laut werden und die einander halten und unterstützen. Und übrigens: Auch solche Jungs brauchen wir!



Jedes Monat ein Kreis

Darum halten Alexandra und ich ein Mal im Monat einen Mädchenkreis von 10 bis 12 Uhr im Privatkindergarten Kocher in Graz. Die geplanten Termine sind: 17.10., 21.11., 19.12., 23.1., 27.2., 13.3., 17.4., 22.5., 19.6. Ich freu mich, wenn wir gemeinsam die Mädchen liebevoll vorbereiten. Was hättest du daals Mädchen gebraucht?


Alles Liebe Babs



 
 
 

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